Das Kunst-Highlight der 19. ART Innsbruck: Francis Bacon Drawings


Die diesjährige große Sonderschau der 19. ART Innsbruck kommt einer Sensation gleich, präsentiert sie nicht nur einen der bedeutendsten Künstler des letzten Jahrhunderts, sondern zeigt darüber hinaus eine noch weitestgehend unbekannte Facette im künstlerischen Schaffen dieses nach wie vor ebenso rätselhaften wie schillernden Großmeisters der surreal-gegenständlichen Malerei.

In der vom Innsbrucker Kunsthandelsunternehmen Milionart gemeinsam mit der ART Innsbruck initiierten Ausstellung „Francis Bacon Drawings“ sind 12 spektakuläre Zeichnungen und Pastelle des irischen Ausnahmekünstlers zu sehen, welche in eindrücklich reduzierter Weise sein gesamtes malerisches Oeuvre reflektieren.

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Mit der diesjährigen Sonderschau „Francis Bacon Drawings“ ist ART Innsbruck-Gründerin Johanna Penz einmal mehr ein besonderer Coup geglückt. Die bei der kommenden 19. ART Innsbruck gezeigten Zeichnungen dieser abgründigen Künstler-Ikone des 20. Jh. werden nach Ausstellungen in Brasilien, Taiwan, Venedig und Prag nämlich erstmals in Österreich zu sehen sein.

Möglich wurde dies durch die engen Kontakte des ambitionierten Innsbrucker Kunsthandelsunternehmens Milionart zur „Francis Bacon Foundation of Drawings donated to Cristiano Lovatelli Ravarino“, die etwa 500 Zeichnungen und Pastelle umfasst, welche in den siebziger und achtziger Jahren entstanden sind. Ravarino gilt als der geheime italienische Liebhaber und Reisebegleiter Bacons in seinen letzten zwei Lebensjahrzehnten. In dieser Phase unternahm Bacon immer wieder lange Inkognito-Abenteuerreisen quer durch Italien, um so seiner Prominenz und der Enge seines Ateliers zu entfliehen. Trotzdem war Bacon auch bei diesen Reisen und Streifzügen unermüdlich künstlerisch tätig, verlegte sich jedoch erstmals in seiner künstlerischen Laufbahn nur auf Stift und Papier, ließ also Leinwand und Farbmischung hinter sich und begann die zentralen Themen seines künstlerischen Lebens noch einmal zeichnerisch zu reflektieren. So wiederholen sich auch in den Zeichnungen und Pastellen jene Grundmotive, die ihn letztlich berühmt gemacht haben und bereits zu Lebzeiten zu einer enigmatischen Legende stilisierten, weil vieles aus seinem Leben zwar bekannt war, aber doch weitestgehend ausgespart respektive auf Alkoholismus und Spielsucht reduziert wurde. Die körperlichen wie seelischen Grenzüberschreitungen, die er schon von frühester Jugend an mit einer geradezu selbstzerstörerischen Exzessivität auslebte bzw. an sich zuließ, hinterließen zweifelsohne auch in seinen Schmerzensbildern unmissverständliche Spuren und zeigen sich sowohl in den Velázquez-Papstbildern, den für ihn typischen Kreuzigungstriptychen wie seinen unverkennbaren (Selbst-)Portraits. Seine zu Fleischbergen aufgeworfenen Körper und seine bis zu einer geradezu verstörenden Kenntlichkeit deformierten Gesichter sind dabei zweifelsohne die zentralen Charakteristiken seiner künstlerischen Handschrift. Mit jedem seiner Bilder scheint er den inneren Leidensdruck der menschlichen Kreatur demonstrativ nach außen zu stülpen, sodass man eben diesen nicht mehr negieren oder darüber hinwegsehen kann. „My painting is not violent; it´s life that is violent“, pflegte Bacon zu sagen. Und nicht von ungefähr lautete einer seiner Lieblingssprüche: „Die Wirklichkeit hinterlässt ihre Gespenster.“  

Für ART-Innsbruck Chefin Penz ist die diesjährige Sonderschau jedenfalls ein Glücksfall der ganz besonderen Art, gilt Bacon doch als einer der bedeutendsten Künstler des letzten Jahrhunderts, dessen Bilder bei Auktionen am Kunstmarkt nach wie vor geradezu astronomische Summen einbringen. Dies um so mehr, als gerade die Zeichnungen einen ganz neuen geradezu sublimen Einblick in Bacons Kunst ermöglichen. Die Sammlung selbst gilt indes nach wie vor als Geheimtipp, wenngleich sich schon etliche prominente Kunsthistoriker eingehend mit ihr auseinander gesetzt haben, unter anderem etwa der bekannte aus Jamaika stammende Kunstschriftsteller und Ausstellungsleiter Edward Lucie-Smith, der von der Foundation auch als Kurator gewonnen werden konnte. Bei der von Johanna Penz vor 19 Jahren gegründeten ART Innsbruck stehen die Zeichen heuer ohnehin auf „alles neu“. So übersiedelt die Innsbrucker Kunstmesse erstmals in die große und repräsentative Messehalle A und erweitert zudem ihr Portfolio um erlesene Kunst und Antiquitäten des 19. Jahrhunderts. „Gerade mit diesem Relaunch wie auch mit dieser spektakulären Sonderschau möchten wir unserem geschätzten Publikum einmal mehr zeigen, wie facettenreich und aufregend der Kunstmarkt ist“, so Penz, die unmissverständlich festhält: „Die ART Innsbruck ist alles, nur eines nicht – in die Jahre gekommen. Wir werden daher auch in Zukunft jung und unkonventionell bleiben.“

Jährlich im Frühjahr werden auf der ART Innsbruck internationale Bildende Kunst und Antiquitäten des 19./20./21. Jahrhunderts präsentiert. 

70 Aussteller – Galeristen und Kunsthändler aus 10 Nationen – zeigen Gemälde, Originalgraphik, Skulpturen, Fotografie, Neue Medien, sowie antike Möbel, Teppiche, Glas, Porzellan und weitere Kostbarkeiten.

 

Francis Bacon, Sitting Pope, 1980-1992, colorierte Pastell-Collage, 100x150cm, MilionArt Innsbruck-A

Francis Bacon, Sitting Pope, 1980-1992, colorierte Pastell-Collage, 100x150cm, MilionArt Innsbruck-A

Messetage: 20. – 23. Februar 2015
Öffnungszeiten: Fr. – So.: 11 – 20 Uhr, Mo.: 11 – 19 Uhr

Ort: Haupthalle A – Messe Innsbruck, Claudiastraße 1


Weitere Informationen:

ART Kunstmesse GmbH., Gutenbergstraße 3, 6020 Innsbruck

Tel. +43(0)512 567101, Fax: +43(0)512 567233,

info@art-innsbruck.at, www.art-innsbruck.at

 

 

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