Darius Foroutan – Lánge Darius dans le monde superieur

Das Paradies wird im Christentum  als ein Ort, oder besser als ein Zustand vor, aber auch nach unserer Existenz angesehen – zumindest unserer irdischen. Vor Erschaffung der Welt lebte unser Stammvater mit seiner Frau, unsere Stammmutter glücklich und ohne Sorgen im Paradies. Aufgrund allzu großem Wissensdurstes und Hunger nach Erkenntnis, mussten sie dieses aber bald verlassen und nunmehr im Schweiße ihres Angesichts ihr Leben fristen.

Nachdem wir unser Erdenpensum mühevoll absolviert haben, wünschen wir uns in eben dieses Paradies, aus dem unsere Ururgroßeltern vertrieben wurden, wiederzukehren.

Ein Ort ohne Mühen und Plagen, ohne Hass und sonstige Widrigkeiten . Ein vollkommener Ort an dem alle Menschen Brüder und Schwestern sind.

Bis es aber soweit ist, machen wir den, von Anfang an zum Scheitern verurteilten, Versuch das Paradies auf Erden zu erschaffen. Zumindest jeder wie er kann. Der Eine, indem er eine neue Gesellschaftsform erfindet, mit der er die Menschheit mit oder ohne ihr Einverständnis, beglückt. Der Andere indem er die Kunst revolutioniert oder es zumindest versucht. Was mich betrifft, so schaffe ich mein Paradies im Kleinen. Die Harmonie der Welt beginnt in meinem Vorgarten, … wenn ich denn einen hätte. So beginnt sie eben in meinen Gedanken, Vorstellungen aber leider auch in meinen Erwartungen. Was ein großer Fehler ist, denn wie wir wissen ist das wahre Paradies nicht von dieser Welt. Gerade noch in paradiesischen Gedanken vertieft, ist man gezwungen sich in die Niederungen öffentlicher Verkehrsmittel zu begeben. Man sitzt in der Straßenbahn einer ungewaschenen, in sein Handy vertieften Gestalt gegenüber. Der Tag im Büro ist wie stets ein Graus, uninteressante, viel zu realistische Besprechungen mit Menschen die man nicht mag. Der Nachhauseweg auch nicht besser, Verkehr, kalter Regen, Menschengewirr. Man sehnt sich nach seinem Shangri- La, nach seinem ganz privaten Paradies.

http://www.foroutan.weebly.com

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